ComMarker B6

Version vom 3. Januar 2026, 17:37 Uhr von Yberdou (Diskussion | Beiträge) (WIP Maschinenbeschrieb und Handhabung)
Lasercutter Metall
Commarker b6.jpg
Hersteller: ComMarker
Modell: B6 MOPA 60 W
Standort: UG
Benötigter Kurs: Kurs / bestehendes Fachwissen
Kosten: Keine
Gefahren: Haut- und Augenschäden durch Laserstrahlen, Verbrennungen durch Hitze, Freisetzen giftiger Gase, Feuerentwicklung
Anschaffung: Juli 2025


Ziel & Zielgruppe

Diese Seite beschreibt den sicheren Umgang mit dem ComMarker B6 MOPA Faserlaser. Der Fokus liegt auf der Maschine selbst, ihren Komponenten, Linsen, Erweiterungen und den grundlegenden Laserparametern.

Zielgruppe

  • Einsteiger:innen nach erfolgter Einweisung
  • Fortgeschrittene mit bestehendem Fachwissen

Abgrenzung

  • Keine detaillierte Erklärung der Steuerungssoftware (LightBurn).

Sicherheit & Vorbereitung

Die ComMarker B6 ist ein Laser der Klasse 4. Direkte oder reflektierte Laserstrahlung kann schwere Augen- und Hautschäden verursachen. Weiterhin kann sich das bearbeitete Material stark aufheizen oder Feuer fangen.

Grundregeln:

  • Schutzgehäuse während des Betriebs geschlossen halten
  • Keine reflektierenden Gegenstände im Schutzgehäuse
  • Maschine niemals unbeaufsichtigt betreiben
  • Vor jedem Job Material, Fokus und Positionierung prüfen

Persönliche Schutzausrüstung:

  • Laserschutzbrille für alle Personen im Raum bei geöffnetem Gehäuse oder Wartungsarbeiten

Mehrbenutzerbetrieb:

  • Aktive Arbeiten eindeutig kennzeichnen
  • Keine parallelen Einstellungen durch mehrere Personen

Einsatzbereiche

Wo der Laser verwendet werden darf

Die ComMarker B6 ist für den stationären Betrieb in einer geschlossenen und kontrollierten Umgebung ausgelegt, für Gravuren, Markierungen, Farb- und Tiefenstrukturen, sowie Schneiden dünner Bleche bis 1.5mm Dicke (materialabhängig).

Geeignete Rahmenbedingungen:

  • Betrieb im geschlossenen Schutzgehäuse
  • Aktive Absaugung während des gesamten Betriebs
  • Saubere, trockene und gut belüftete Umgebung
  • Stabiler, vibrationsfreier Untergrund

Geeignete Materialien

  • Metalle
    • Stahl, Edelstahl
    • Aluminium (blank, eloxiert)
    • Messing, Kupfer (parameterabhängig)
    • Titan
  • Beschichtete Metalle
    • lackiert
    • eloxiert
    • industriell beschichtet
  • Stein
  • Leder

Wo der Laser nicht verwendet werden darf

Der Betrieb ist nicht zulässig, wenn eine der folgenden Bedingungen zutrifft:

  • Offene oder ungeschützte Arbeitsbereiche
  • Fehlende oder defekte Absaugung

Verbotene oder ungeeignete Materialien

  • PVC, PTFE (Teflon) und andere chlorhaltige Kunststoffe setzen giftige Gase frei.
  • Holz und andere organische Materialien (hierfür bitte den CO2-Laser verwenden). Organische Materialien absorbieren die Wellenlänge des Lasers schlecht, was zu Schwelbränden unter der Materialoberfläche führen kann, ohne dass es bemerkt wird (Quelle).
  • Unbekannte Kunststoffe oder Verbundmaterialien.
  • Andere Materialien mit giftigen oder korrosiven Dämpfen.
  • Stark spiegelnde Oberflächen.

Maschinenüberblick

 
Maschinenteile des ComMarker B6 Faserlasers.

Die ComMarker B6 ist ein Galvo-Faserlaser mit JPT-MOPA-Quelle und Wellenlänge 1064 nm. Galvo ist eine allgemeine Bezeichnung für Laser, welche den Laserstrahl ausrichten, indem der Laserpunkt durch zwei Motorisierte Spiegel abgelenkt werden, welche sich im Kopf des Geräts befinden. Dies im Gegensatz zu unserem CO2 Laser, welcher den Laserpunkt mithilfe einer Portalanlage ausrichtet. MOPA steht für Master Oscillator Power Amplifier, eine Technologie die es erlaubt, neben der üblichen Laserleistung und Schnittgeschwindigkeit, zwei zusätzliche Parameter einzustellen; die Frequenz und Pulsbreite des Laserstrahls. Mehr dazu im Abschnitt todo.

Die Maschine besitzt eine motorisierte Z-Achse, mit der die Linse fokusiert werden kann, einen Auto-Fokus, sowie ein Rotpunkvisier, mit dem die Schnittlinien oder Gravur-Konturen auf das Laserbett projiziert werden können.

Linsen und Fokus

Stand Januar 2026 haben wir zwei Linsen welche mit dem ComMarker B6 verwendet werden können, eine 150mm Linse und eine 300mm Linse. Die 300mm Linse hat einen grösseren Arbeitsbereich, aber der Laserpunkt ist grösser, weshalb die Detailgenauigkeit und die Leistung pro Fläche kleiner sind.

Eigenschaft 150 mm Linse 300 mm Linse
Arbeitsfeld 150 mm x 150 mm 300 mm x 300 mm
Spotgröße klein größer
Tiefenschärfe gering höher
Detailauflösung sehr hoch schlechter
Typische Anwendungen Farben, Details, Schneiden große Bauteile
Fokus-Distanz 234 mm todo
Auto-Fokus Einstellung 236 mm nicht möglich

Es ist wichtig den Fokus einzustellen, da die Linse die Laserstrahlen aus der Laserquelle in Form eines Konus bündelt. Die Schneid-/Gravierfähigkeit des Lasers ist deshalb am grössten am sogenannten Fokus-Punkt und wird immer kleiner, je weiter die Materialoberfläche vom Fokuspunkt entfernt ist. Praktisch gesehen ist der Fokus-Punkt nicht wirklich ein perfekter (also unendlich kleiner) Punkt, sondern hat immer eine minimale Grösse, die sogennante Spotgrösse, welche je nach Maschine, Linse und Einstellung variert. Zudem kann auch geschnitten oder Graviert werden, wenn die Fokus-Distanz nicht perfekt eingestellt sind. In diesem Fall, ist jedoch die Spotgrösse grösser und dadurch die Laserleistung pro Fläche geringer, was den Materialabtrag erschweren kann. Die Abweichung von der Fokus-Distanz, welche immer noch akzeptable Ergebnisse liefert, wird als Tiefenschärfe bezeichnet.

LightBurn Einstellungen

Jede Linse in LightBurn ihre eigenen Maschineneinstellungen besitzt. Sei also sicher, dass du die richtige Maschine/Linse in LightBurn ausgewählt hast.

150mm Linse

300mm Linse

TODO

Linsenwechsel und Fokuskalibrierung

Ein Linsenwechsel darf nur bei ausgeschalteter Maschine durchgeführt werden. Die Linsen sind eindeutig beschriftet zur einfachen Identifikation und können per hand in den Laserkopf ein/ausgeschraubt werden. Beachte zudem, dass jede Linse in LightBurn ihre eigenen Maschineneinstellungen besitzt. Sei also sicher, dass du die richtige Maschine/Linse in LightBurn ausgewählt hast.

Nach jedem Linsenwechsel muss der Fokus neu eingestellt und überprüft werden. Dies ist wichtig, da ein unfokussierter Laser die Spotgröße des Laserpunkts vergrössert, was Linienbreite, Gravur-/Schneidtiefe, Kontrast und allgemein die Reproduzierbarkeit verschlechtert. Um die Fokus-Distanz zu kalibrieren kann eine einfache Gravur gemacht werden, wärendem die Fokus-Distanz kontinuirlich angepasst wird. An dem Punkt, an dem an der Materialoberfläche am meisten Funken sprühen, ist die Fokus-Distanz des Lasers. Eine genaue Anleitung dafür findes du unten. Achtung! Alle Personen im Raum müssen eine spezielle Schutzbrille tragen, welche vor Laserlicht schützt.

  1. Erstelle ein Quadrat mit Massen 10mm x 10mm in LightBurn, mit Gravur-Einstellungen:
    1. Leistung: 40 %
    2. Geschwindigkeit: 1000 mm/s
    3. Frequenz: 25 kHz
    4. Pulsbreite: 200 ns
    5. Linienabstand: 0.025 mm
    6. Cross-Hatch: Aktiviert
  2. Trenne die Stromverbindung zum Turm, damit das Handrad betätigt werden kann.
  3. Deaktiviere die Einstellung zur Türsicherung in LightBurn.
  4. Starte die Gravur. Aktiviere im Framing-Menü die Option für "Kontinuirlich ausführen".
  5. Bewege den Laserkopf abwechselnd nach oben und unten um die genaue Fokus-Distanz zu finden. An dieser Distanz sprühren die meisten Funken und wird am meisten "Lärm" generiert.
  6. Stoppe den Gravurvorgang und benutze ein Lineal um die Fokus-Distanz zu messen.
  7. Aktivieren die Einstellung zur Türsicherung in LightBurn wieder.

Fokusmethoden

  • Autofokus Der Auto-Fokus ist die einfachste Art um die Linse zu fokusieren. Platziere dafür dein Objekt unter dem vorderen roten Punk auf dem Laserbett (Achtung! Nicht mit Rotpunktvisier verwechseln!) und drücke auf "Auto" am Touchscreen des Laserkopfs. Die Eingestellte Fokus-Distanz und tatsächlich gemessene Distanz können in den Einstellungen überprüft werden. Die gemessene Distanz ist nicht 100% akkurat, weshalb z.B. bei der 150mm Linse eine Fokus-Distanz von 236mm eingestellt werden muss, um eine tatsächliche Fokus-Distanz von 234mm zu erhalten.
  • Manuell mit Handrad oder Maschinentasten Die Fokus-Distanz kann auch manuell eingestellt werden indem du die Maschinentasten oder das Handrad bedienst. Beachte, dass das Stromkabel am Turm ausgesteckt sein muss um das Handrad zu bedienen, da ansonsten der Motor aktiv ist. Die Fokus-Distanz kann mit einem Lineal oder den vorgefertigten Fokus-Stöcken eingestellt werden, sie Bilder. Die Fokus-Distanz wird gemessen zwischen der Unterseite des Laserkopfes (ohne Linse) und der Oberfläche des Objekts auf dem gelasert wird.

Allgemeine Infos

Link zum Hersteller: Link

Anwendungen / Beispiele


Material Einstellungen

Material Settings on the ComMarker B6 60W MOPA Fiber Laser

Links

Bild - Tiefenprofile generieren (depth mask): https://www.sculptok.com/