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Kekwl
'''Autogenschweissen'''
 
'''Anwendung'''
 
Das Autogenschweißen wird genutzt zum Schweissen von Blechen, Karosserien, Kesseln, Rohren und Apparaten sowie zum Auftragschweissen. Bei letzterem sind sehr geringe Aufschmelzgrade von 10 % bis 5 % möglich. Die Wärmeleistung der Flamme ist relativ gering gegenüber anderen Schweißverfahren, was das Autogenschweißen langsam und unproduktiv macht. Die geringe Leistung ist jedoch bei dünnen Blechen von Vorteil. Bei Blechdicken ab 8 mm sind andere Verfahren wirtschaftlicher. Da der Zusatzwerkstoff getrennt von der Flammleistung zugeführt wird, ist es jedoch sehr flexibel. Außerdem sind die Anschaffungskosten für die benötigte Ausrüstung gering. Bauteile in Zwangslage können sehr gut geschweißt werden und es ist auch für schwer zugängliche Stellen geeignet. Im Gegensatz zu den meisten anderen Schweißverfahren wird keine elektrische Energiequelle benötigt. Die eingebrachten Eigenspannungen sind gering, die Wärmeeinflusszone aber groß. Daher kommt es zu relativ starkem Verzug des Bauteils und einer Vergröberung des Korns im Werkstoff, die zu geringeren Festigkeiten führt. Angewendet wird das Autogenschweißen daher insbesondere im Handwerk und auf Baustellen. Es ist eines der ältesten und einfachsten Schweißverfahren, hat aber nur noch geringe Bedeutung wegen der geringen Wirtschaftlichkeit
 
 
'''Zielsetzungen im Kurs (übergeordnet)'''
 
Wir erlernen das Autogenschweissen von normalem Stahl.
 
Dabei werden alle sicherheitsrelevanten Aspekte zum unfallfreien Autogenschweissen vermittelt.
 
 
'''Zielsetzungen konkret in Stichworten'''
 
-      PSA
 
-      Sicherheit am Arbeitsplatz
 
-      Einrichten und Inbetriebnahme der Anlage / Beenden des Schweissens
 
-      Brennerwahl / Einstellung Arbeitsdruck / Flammeneinstellung
 
-      Methodik des Schweissens
 
-      Schmelzen des Werkstückes
 
-      Auftragsschweissen (Herstellen einer Schweissraupe unter Zuführung von Material
 
-      «Stossschweissung»
 
-      Schweissen Kehlnaht
 
-      Arbeit mit Winkelschleifer (Trennen und Schruppen)
 
-      Arbeit mit elektrischer Bügelsäge und Metallkreissäge
 
 
'''Sicherheitshinweise'''
 
-      Vor dem Schweissen die Dichtigkeit der Anlage prüfen (ev. mit Leckspray)
 
-      Wegen Explosionsgefahr Gewinde an der Anlage nie fetten!
 
-      Flaschen sollten immer aufrecht stehen, insbesondere die Acetylenflasche.
 
-      Brenner immer von sich weg anzünden
 
-      Flaschenventile nach dem Schweissen schliessen!
 
-      Nach dem Schweissen Druckregler entlasten und Schläuche leeren!
 
-      Schutzbrille tragen (spez. zum Autogenschweissen), Handschuhe
 
-      Schutzkleidung tragen, geschlossene Schuhe
 
-      Für genügend Abluft sorgen!
 
 
'''Hilfreiche Erklärungen / Daten und Fakten'''
 
 
 
'''Arbeitsdruck Sauerstoff / Acetylen:'''
 
2.5 bar / 0.5 bis 0.8 bar als Faustregel / Druck ist in der Regel am gewählten Brenner abzulesen (eingestanzt).
 
 
'''Anzünden des Brenners:'''
 
Zuerst Sauerstoff öffnen (ca. ¼ Umdrehung), danach Acetylen (ca. ¼ Umdrehung)
 
Nur fein regulieren! 
 
'''Brennerwahl richtet sich nach der Werkstückdicke:''' 
 
'''Flammeneinstellung:'''
[[Datei:Bild Flammeneinstellung.png|links|rahmenlos|500x500px]]
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
1  Wird verwendet zum Hartlöten mit Silberlot oder zum Weichlöten
 
'''2  Die Flamme die wir verwenden'''
 
3 Zum Hartlöten von Messing
 
 
'''Einstellung der Flamme:'''
 
Ist die Flamme zu heiss (dauernd Löcher im Werkstück) Acetylen zurücknehmen und dann den Sauerstoff nachregulieren, bis wir wieder die «neutrale Flamme» haben.
 
Ist die Flamme zu wenig heiss, bringe ich das Material kaum zum Schmelzen und es kann zum «Knallen» kommen. In diesem Falle Acetylen aufdrehen und mit dem Sauerstoff nachregulieren, bis wir wieder die «neutrale Flamme» haben. Ev. Druck des Acetylens erhöhen auf 0.8 bar.
 
'''Brennerführung:'''
[[Datei:Brennerführung.png|links|mini]]
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Die gebräuchlichste Art ist das Nachlinksschweissen (bei Dicken unter 4mm). Darüber empfiehlt sich das Nachrechtsschweissen (bis 8mm) – danach ist mit Autogen definitiv. Ende der Fahnenstange (eigentlich schon vorher…..)
 
 
 
'''Funktionsweise eines Injektorbrenners:'''
[[Datei:Funktionsweise Brenner.png|links|rahmenlos|500x500px]]
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Da der Sauerstoff (6) mit 2.5 bar einen deutlichen höheren Druck als das Acetylen mit 0.5 bar  (5) aufweist, wird das Acetylen «mitgesaugt».
 
Da der Sauerstoff aus der Flasche für die Verbrennung nicht ausreicht, wird der Umgebungsluft zusätzlich Sauerstoff entzogen. Dadurch wird verhindert, dass das Schweissbad nicht oxidiert. So gesehen ein natürliches «Schutzgas». Deshalb auch der Ausdruck Autogen - ''autogen'' Adj. 'aus eigenen Kräften, selbst hervorgebracht, selbsttätig'. Griech. autogenḗs (αὐτογενής) 'aus sich selbst geworden, ungezeugt, von selbst ...
 
 
Juli 2023 / hi / Bruno Hirt

Aktuelle Version vom 30. November 2025, 09:58 Uhr

Autogenschweissen

Anwendung

Das Autogenschweißen wird genutzt zum Schweissen von Blechen, Karosserien, Kesseln, Rohren und Apparaten sowie zum Auftragschweissen. Bei letzterem sind sehr geringe Aufschmelzgrade von 10 % bis 5 % möglich. Die Wärmeleistung der Flamme ist relativ gering gegenüber anderen Schweißverfahren, was das Autogenschweißen langsam und unproduktiv macht. Die geringe Leistung ist jedoch bei dünnen Blechen von Vorteil. Bei Blechdicken ab 8 mm sind andere Verfahren wirtschaftlicher. Da der Zusatzwerkstoff getrennt von der Flammleistung zugeführt wird, ist es jedoch sehr flexibel. Außerdem sind die Anschaffungskosten für die benötigte Ausrüstung gering. Bauteile in Zwangslage können sehr gut geschweißt werden und es ist auch für schwer zugängliche Stellen geeignet. Im Gegensatz zu den meisten anderen Schweißverfahren wird keine elektrische Energiequelle benötigt. Die eingebrachten Eigenspannungen sind gering, die Wärmeeinflusszone aber groß. Daher kommt es zu relativ starkem Verzug des Bauteils und einer Vergröberung des Korns im Werkstoff, die zu geringeren Festigkeiten führt. Angewendet wird das Autogenschweißen daher insbesondere im Handwerk und auf Baustellen. Es ist eines der ältesten und einfachsten Schweißverfahren, hat aber nur noch geringe Bedeutung wegen der geringen Wirtschaftlichkeit


Zielsetzungen im Kurs (übergeordnet)

Wir erlernen das Autogenschweissen von normalem Stahl.

Dabei werden alle sicherheitsrelevanten Aspekte zum unfallfreien Autogenschweissen vermittelt.


Zielsetzungen konkret in Stichworten

-      PSA

-      Sicherheit am Arbeitsplatz

-      Einrichten und Inbetriebnahme der Anlage / Beenden des Schweissens

-      Brennerwahl / Einstellung Arbeitsdruck / Flammeneinstellung

-      Methodik des Schweissens

-      Schmelzen des Werkstückes

-      Auftragsschweissen (Herstellen einer Schweissraupe unter Zuführung von Material

-      «Stossschweissung»

-      Schweissen Kehlnaht

-      Arbeit mit Winkelschleifer (Trennen und Schruppen)

-      Arbeit mit elektrischer Bügelsäge und Metallkreissäge


Sicherheitshinweise

-      Vor dem Schweissen die Dichtigkeit der Anlage prüfen (ev. mit Leckspray)

-      Wegen Explosionsgefahr Gewinde an der Anlage nie fetten!

-      Flaschen sollten immer aufrecht stehen, insbesondere die Acetylenflasche.

-      Brenner immer von sich weg anzünden

-      Flaschenventile nach dem Schweissen schliessen!

-      Nach dem Schweissen Druckregler entlasten und Schläuche leeren!

-      Schutzbrille tragen (spez. zum Autogenschweissen), Handschuhe

-      Schutzkleidung tragen, geschlossene Schuhe

-      Für genügend Abluft sorgen!


Hilfreiche Erklärungen / Daten und Fakten


Arbeitsdruck Sauerstoff / Acetylen:

2.5 bar / 0.5 bis 0.8 bar als Faustregel / Druck ist in der Regel am gewählten Brenner abzulesen (eingestanzt).


Anzünden des Brenners:

Zuerst Sauerstoff öffnen (ca. ¼ Umdrehung), danach Acetylen (ca. ¼ Umdrehung)

Nur fein regulieren!

Brennerwahl richtet sich nach der Werkstückdicke:

Flammeneinstellung:

Bild Flammeneinstellung.png







1  Wird verwendet zum Hartlöten mit Silberlot oder zum Weichlöten

2  Die Flamme die wir verwenden

3 Zum Hartlöten von Messing


Einstellung der Flamme:

Ist die Flamme zu heiss (dauernd Löcher im Werkstück) Acetylen zurücknehmen und dann den Sauerstoff nachregulieren, bis wir wieder die «neutrale Flamme» haben.

Ist die Flamme zu wenig heiss, bringe ich das Material kaum zum Schmelzen und es kann zum «Knallen» kommen. In diesem Falle Acetylen aufdrehen und mit dem Sauerstoff nachregulieren, bis wir wieder die «neutrale Flamme» haben. Ev. Druck des Acetylens erhöhen auf 0.8 bar.

Brennerführung:

Brennerführung.png








Die gebräuchlichste Art ist das Nachlinksschweissen (bei Dicken unter 4mm). Darüber empfiehlt sich das Nachrechtsschweissen (bis 8mm) – danach ist mit Autogen definitiv. Ende der Fahnenstange (eigentlich schon vorher…..)


Funktionsweise eines Injektorbrenners:

Funktionsweise Brenner.png





Da der Sauerstoff (6) mit 2.5 bar einen deutlichen höheren Druck als das Acetylen mit 0.5 bar  (5) aufweist, wird das Acetylen «mitgesaugt».

Da der Sauerstoff aus der Flasche für die Verbrennung nicht ausreicht, wird der Umgebungsluft zusätzlich Sauerstoff entzogen. Dadurch wird verhindert, dass das Schweissbad nicht oxidiert. So gesehen ein natürliches «Schutzgas». Deshalb auch der Ausdruck Autogen - autogen Adj. 'aus eigenen Kräften, selbst hervorgebracht, selbsttätig'. Griech. autogenḗs (αὐτογενής) 'aus sich selbst geworden, ungezeugt, von selbst ...


Juli 2023 / hi / Bruno Hirt